Entgelt für Plastiktüten

Plastiktüte

Pro Kopf verbraucht ein deutscher Bürger jährlich rund 115 Plastiktüten. Allein in der EU werden jedes Jahr 100 Milliarden Tüten verbraucht. Erschreckende Zahlen, zumal diese Tüten meist auf Mülldeponien, in Gewässern oder in Wäldern enden.

Seit dem 1. Juli 2016 bekommt man in Deutschland keine Gratis-Plastiktüten bei seinem Einkauf mehr dazu. Manche Läden und Supermärkte haben sie sogar ganz abgeschafft. Ziel dessen ist es, den Verbrauch von Plastiktüten bis 2019 zu halbieren und bis 2025 auf nur noch ein Fünftel zu senken.

Eine herkömmliche Plastiktüte wiegt um die 20 Gramm und besteht aus Erdöl sowie Kunststoff. Letzteres ist chemisch sehr stabil und zerfällt daher nach und nach bis nur noch Mikropartikel übrig bleiben. Vollständig abgebaut werden diese Partikel allerdings niemals. Gelangt eine Plastiktüte ins Meer, dauert es bis zu 450 Jahre, bis dass sie komplett zerfallen ist. Langzeitschäden für Natur und Mensch sind noch nicht vollständig abschätzbar.

In Deutschland gibt es bislang keine gesetzliche Regelung, die den Händlern verbietet, ihre Plastiktüten umsonst herauszugeben. Eine Selbstverpflichtung für Händler soll dazu führen, dass die Ziele der EU-Richtlinien erreicht werden. Die vorerst 240 Unternehmen, die daran teilnehmen, haben sich dazu verpflichtet. Plastiktüten nicht mehr kostenlos an ihre Kunden abzugeben sondern ein Entgelt zu erheben. Der Betrag hierfür ist jedem Unternehmen selber überlassen. Dünnere Plastiktüten wie etwa für Gemüse und Obst sind von dieser Regelung allerdings nicht betroffen.

Einige Textil- und Handelsunternehmen haben sich gegen ein Entgelt für Plastiktüten entschieden, da sie eine Wettbewerbsverzerrung fürchten und Angst haben dadurch Kunden zu verlieren.

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