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Pokémon Go und seine rechtlichen Risiken

Pokémon go

Schnappt sie… aber nicht um jeden Preis“, warnt die Polizei. Ob in der U-bahn, auf dem Weg zur Arbeit oder im Park, ob jung oder alt, man sieht sie überall: Pokémon Go-Jäger. De r Hype um die Smartphone-App ist riesig, und dennoch birgt sie rechtliche Risiken für ihre Nutzer. Worauf sollte man bei der Nutzung achten? Welche Rechte gelten? Und wie sieht das mit der Versicherung aus, falls während der Pokémon-Jagd etwas kaputt gehen sollte?

Datenschutz

Beim ersten Start fordert die App Zugriff auf:

  • Die Kamera (im Spiel werden die Pokémon in Fotos und Videos der Umgebung eingesetzt)

  • Das GPS-Signal (damit weiß die App, wo Sie sich tatsächlich und damit gleichzeitig in der Spielwelt befinden)

  • Den Speicher des Geräts (so lassen sich wohl alte Aufnahmen aufrufen)

  • Die Kontaktliste (so verknüpft man sich innerhalb der App mit seinen Freunden)

Dadurch hat Niantic, das Unternehmen hinter Pokémon-Go, Zugriff auf eine Menge persönlicher Daten der Nutzer. In der Datenschutzerklärung steht geschrieben, dass alle gesammelten Daten dem Unternehmen gehören. Diese würden bei einer Übernahme durch ein Unternehmens auch weitergegeben werden.

Das Unternehmen sammelt über die App unter anderem die Gerätekennung und kann diese in Verbindung mit dem Login eindeutig identifizieren. Da man die Jagd erst beginnen kann, wenn die Ortungsdienste aktiviert sind, kann Niantic zu jeder Zeit ermitteln, wo man sich gerade befindet. Diese Informationen sollen laut Unternehmen zur Personalisierung der App genutzt werden.

Da alle gesammelten Informationen dem Unternehmen gehören, können diese nach eigenem Ermessen Regierungen, Strafverfolgungsbehörden oder privaten Beteiligten offengelegt werden.

Außerdem hat der Verbraucherzentrale Bundesverband im Juli 2016 rund 15 Klauseln aus den Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen abgemahnt, da diese gegen die deutschen Verbraucherrechts- und Datenschutzstandards verstoßen hätten. Im Falle einer Abgabe der Unterlassungserklärung seitens des Unternehmens, wird ein Klageverfahren geprüft.

Persönlichkeitsrechte

Es ist natürlich nicht zwangsläufig nötig von den gejagten Pokémon an den sogenannten Pokémon-Stops ein Foto zu schießen, die Versuchung ist aber groß. Man sollte nur darauf achten, dass auf diesen Bildern keine fremden Menschen zu sehen sind, insbesondere wenn man vor hat, diese in sozialen Netzwerken online zu stellen. Sollten Fotos, auf denen fremde Menschen, die keine Einwilligung für die Veröffentlichung des Bildes abgegeben haben, zu sehen sein, können gegebenenfalls zivilrechtliche Konsequenzen wie Unterlassungsforderungen folgen.

Sicherheit

Das Phänomen Pokémon-Go ist allgegenwärtig: Menschen, die konzentriert auf ihre Handys schauen, um das nächste Pokémon zu fangen. Die Wahrnehmung der Umgebung geht hierbei gegen Null. Trotz der Pokémon Leidenschaft sollte man noch wachsam genug sein, um mögliche Gefahren wie fahrende Autos, rumstehende Gegenstände oder auch einfach nur seine Mitmenschen frühzeitig zu bemerken. Auch abgelegene Ecken können Gefahren bergen, weswegen geraten wird, Abends nicht unbedingt alleine auf die Jagd zu gehen.

Versicherung

Sollte bei der Jagd doch einmal was kaputt gehen, haftet, wie normalerweise auch, die Haftpflichtversicherung. Aber Achtung: sollte man während man spielt von einem Auto angefahren werden, könnte die Versicherung des Autofahrers von Mitschuld ausgehen und somit die Entschädigungssumme verringern. Verursacht man wegen seines Spieldranges selber einen Autounfall, können strafrechtliche Konsequenzen auf einen zukommen. Also Hände ans Lenkrad und Augen auf die Straße, hinterher kann weitergejagt werden.


Privateigentum


Aufpassen sollte man auch, dass man nicht versehentlich Privateigentum anderer Menschen betritt, nur um das nächste Pokémon zu schnappen. Hausfriedensbruch ist eine Straftat, was mit einer Haftstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden kann. Pokéstops, die auf Privatgrundstücken angesiedelt sind, sollten umgehen innerhalb der App gemeldet oder direkt an den Betreiber des Spiels weitergeleitet werden.