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Mogelpackungen im Supermarkt

Evian

Riesige Verpackungen, wenig Inhalt. Ob Lebensmittel, Haushaltsreiniger oder Kosmetika. Mogelpackungen sind in so gut wie allen Supermärkten und von den Unterschiedlichsten Herstellern zu finden. Vor allem die Verbraucher fühlen sich hintergangen und ausgenommen

Erst im Juni erregte das neue Design der Evian-Flasche großes Aufsehen. Statt 1,5 Liter für 0,89€ gibt es nun die Evian-Flasche bei einigen Händlern nur noch in einer 1,25-Liter-Flasche zum Preis von 1,09€, kritisiert die Verbraucherzentrale Hamburg. Das sei eine Preiserhöhung von knapp 50% für eine einzelne Flasche. Die Preiserhöhung für einen Sechserpack liegt bei rund 53% (früher: 5,49€; jetzt: 6,99€).

Um die Menge der Produkte größer wirken zu lassen, greifen viele Hersteller auf Mogelpackungen zurück. Oftmals wird mit unverhältnismäßig viel Luft, doppelten Böden, dicken Wandungen, großen Deckeln oder einfach überdimensionierten Umkartons getrickst. Ein Gesetz mit mit konkreten Richtlinien, die angeben ab wann man von einer Mogelpackung spricht gibt es derzeit nicht, laut Eichgesetz sind derartige Täuschungsmanöver allerdings verboten. Lediglich eine interne Leitlinie gibt vor, dass nicht mehr als 30% Luft in einer Verpackungen enthalten sein dürfen.

Ausnahmen gibt es für Pralinen: hierbei darf das Volumen der Verpackung sechsmal so groß sein wie das Gewicht einer einzelnen Praline. Wiegt eine Praline zum Beispiel 15 Gramm, darf sie von einer Verpackung mit einem Verpackungsvolumen von höchstens 90 Millilitern umgeben sein.

Verbrauchern wird es sehr schwer gemacht, Schwindelei von Korrektheit zu unterscheiden. Geht man trotzdem strak davon aus übers Ohr gehauen worden zu sein, sollte man sich bei folgenden Stellen melden:

  • die Verbraucherzentrale des jeweiligen Bundeslandes

  • die zuständigen Eichämter

  • die Lebensmittelüberwachungsämter

Die Verbraucherzentrale hält es für notwendig, konkrete Richtlinien für Verpackungen zu erlassen und Gesetzestexte anzupassen.

Wie oben schon erwähnt, ist es für Hersteller fast schon zur Normalität geworden, die Füllmengen zu verringern, die Preise aber gleich zu lassen oder sogar zu erhöhen. Versteckt hinter neuen Designs der Verpackungen oder „neuen Rezepturen“ werden klammheimlich geringere Mengen eingeführt, ohne dass es der Verbraucher merkt.

Derzeit liegt ein Gesetzesverstoß nur dann vorm wenn bei identischer Verpackungsgröße und unverändertem Verpackungsdesign die Füllmenge ohne jeglichen Hinweis verringert wurde.