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Gewährleistung und Garantie beim Kauf eines Produktes

Endlich ist das Paket da! Damit Kunden zur richtigen Zeit zu Hause sind, können sie sich benachrichtigen lassen. Foto: Wolfgang Kluge

Gewährleistung und Garantie beim Kauf eines Produktes

Bei der Frage nach dem Unterschied zwischen einer Garantie und einer Gewährleistung sind die meisten Menschen wohl überfragt. Meistens werden gekaufte Artikel zurückgeschickt weil man sie doch nicht möchte, die falsche Größe bestellt hat oder sie defekt sind. Hierbei treten weder Gewährleistung noch Garantie in Kraft. Eine solche Rücksendung läuft in der Regel über die Versicherungspolice des Verkäufers.

Die Verbraucherrechte-Richtlinie gibt vor, dass jedes Produkt gebrauchstauglich sein muss und die Qualität zufriedenstellend ist. Ausserdem darf das jeweilige Produkt nicht von der Produktbeschreibung abweichen. Sollte Ihr bestelltes Kleid also mir einem Loch oder in einer anderen Farbe als bestellt, geliefert werden, haben Sie die Möglichkeit auf die Verbraucherrechte zurückzugreifen.

Aber was ist denn nun der Unterschied zwischen Gewährleistung und Garantie?

Garantie

Eine Garantie ist eine freiwillig und vor allem frei gestaltbare Dienstleistung Seitens des Händlers oder des Herstellers, die zusätzlich zur gesetzlichen Gewährleistung gegenüber dem Kunden angeboten wird. Damit gehen Haltbarkeits- oder Funktionsversprechen einher.

Die Garantiezusage bezieht sich meist auf die Funktionsfähigkeit eines Gerätes (sehr selten auch nur auf bestimmte Teile eines Gerätes) innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. Der Zustand der Ware zum Zeitpunkt der Übergabe an den Kunden spielt bei einer Garantie keine Rolle, da die Funktionsfähigkeit für den Zeitraum garantiert ist.

In keinem Fall darf eine Garantiezusage die gesetzliche Gewährleistung von 24 Monaten verringern oder gar ersetzen. Diese findet nämlich immer nur neben oder zusätzlich der gesetzlichen Gewährleistung Anwendung.

Gewährleistung

Eine Gewährleistung beschreibt die Rechtsfolgen und gesetzlichen Ansprüche. Hat der Verkäufer mangelhafte oder defekte Ware geliefert, steht dem Käufer im Rahmen des Kaufvertrages eine Gewährleistung zu.

In diesem Fall muss der Verkäufer gewährleisten, dass die verkaufte Ware frei von jeglichen Sach- und Rechtsmängeln ist. Deswegen haftet der Verkäufer für alle Art von Mängeln, die schon zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden haben. Dies gilt auch für Mängel, die erst später bemerkbar werden.

Zum Wohlwollen des Käufers wird innerhalb der ersten 6 Monate nach Übergabe davon ausgegangen, dass die besagt Ware bereits zum Lieferzeitpunkt mangelhaft bzw. defekt war. Sollte der Verkäufer allerdings nachweisen können, dass der Mangel zum Zeitpunkt der Lieferung noch nicht bestand, greift die Gewährleitung nicht. Fällt dem Verbraucher der Mangel erst nach mehr als 6 Monaten auf, ändert sich die Beweislast. Jetzt muss erst einmal bewiesen werden, dass die Ware schon vor der Lieferung fehlerhaft war.

Bei mangelhafter Ware stehen dem Käufer folgende gesetzliche Recht zu:

  • Anspruch auf Nacherfüllung (§ 439 BGB),

  • Rücktrittsrecht (§ 440; § 323; § 326 Abs. 5 BGB und die dort genannten Vorschriften),

  • Minderung (§ 441 BGB),

  • Anspruch auf Schadensersatz (§ 437 Nr. 3 BGB und die dort genannten Vorschriften).

Vorrangiges Recht ist hierbei die Nacherfüllung. Diese ist einerseits durch die Lieferung einer neuen Sache (Austausch) oder durch die Beseitigung des Mangels (z.B. Reparatur) möglich und wird grundsätzlich von Käufer, und nicht vom Verkäufer bestimmt.

Grob gesehen kann man also festhalten, dass Gewährleistung Sache des Händlers, und Garantie Sache des Herstellers ist. Der Händler ist also gesetzlich zu einer Gewährleistung verpflichtet, wobei der Hersteller frei darüber entscheiden kann, ob er für seine Produkte garantieren wird.